Hoffnungsvoll, energisch. Und sogar ein Titel kam zustande. Geht schon alles irgendwie.
Lange Zeit ist vergangen seit dem letzten Mal, dass ich längere Zeit hier drin war. Dabei bin ich gern hier. Es ist ein kleines zu Hause im Nirgendwo; ein bisschen der Ort, wo man sich zugehöriger fühlt, weil er wirr und unecht ist. Wir sind halt nur "Gast auf Erden". Und wo wir schon dabei sind ;): "Und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ew'gen Heimat zu".
Ich war so lang nicht mehr hier, weil meine Prioritätensetzung in letzter Zeit ziemlich pflichtbewusst ausgesehen hat. Also natürlich ist der Blog auch eine meiner Pflichten- aber eine schöne. So wie Kuchen backen und Blumen gießen. Aber meine Prioritätenliste war eben ein bisschen unschöner die letzten Wochen. Auch jetzt könnte ich dem Gefühl in mir Raum geben, eigentlich was "Nützlicheres" tun zu müssen. Aber das will ich nicht, und es wäre auch völlig falsch. Hm, vielleicht hätte ich statt der Zeit, die ich jetzt hier verbringe, heute das Altglas wegbringen sollen... :0 Naja.
Wie wacklig doch alles steht. Durch die Ereignisse der letzten Wochen oder fast schon Monate hat sich das Lebensbild in meinem Kopf völlig verkehrt. Dinge sind so unerwartet eingetroffen, wie sie sich sonst in den meisten Fällen über lange Zeit unerwartet anbahnen. Ich bin ziemlich leer, ehrlich gestanden. Was Schönes hab ich nicht zu sagen. Sollte man dann überhaupt bloggen? Ich weiß es nicht und mach es einfach. Der Blog ist sowieso schon a bisserl norm-ungetreu. Leer bin ich also. Und die Wand in mir zum Tränenressort - das immer voll ist - ist ziemlich dünn.
Jetzt ist schon Mai... Sind eure Wochen auch so schnell vergangen? Ich schau den Tagen quasi beim Vergehen zu... Wie Eis im Sommer. Und die Tage sind voll! Was gut ist, sehr gut. Aber ich bin mir nicht immer sicher, ob sie mit dem Richtigen befüllt sind.
Wisst ihr, wenn wir uns denken, wir sollten eigentlich mehr tun, mehr leisten, mehr lernen, mehr können; oder wenn wir WAS ANDERES tun, leisten oder können sollen; oder wenn wir mehr oder was anderes tun, leisten, lernen und können WOLLEN, dann sollte uns das nicht aus der Bahn hauen... Alles, was Gott von uns will, werden wir erreichen. Weil es nämlich nicht an uns liegt, sondern an ihm. Er muss geben und führen, wir müssen annehmen und gehen. Wenn alles über uns einzubrechen droht, dann können wir wissen, dass es, wenn es so weit kommt, so sein soll. Und wenn wir ohne Einbruch durchkommen sollen, dann wird er dafür sorgen.
All das sagt sich so dahin... Ich habe derweil jeden Tag Zweifel, die mein ganzes Leben betreffen. Und ich weiß nicht, wie es besser werden soll, weil mein Leben ja in der WELT situiert ist und diese Welt, vor allem zur Zeit, ziemlich zweifelhaft scheint.
Aber vielleicht ist das eine der Künste, die Menschen zu Lebenskünstlern macht: In der Welt, aber an der Welt vorbei, auf was Höheres zu zu leben, sodass alles, was man in der Welt tut, ok ist. Vielleicht der Welt ungeachtet zu leben- aber nicht egoistisch, sondern nur wissend, dass die Welt eigentlich mehr ist als Auslöser und Herberge für unsere Ängste und Zweifel und Sorgen. Den Weg unbeirrt gehen, auch wenn er plötzlich durchs Nichts zu gehen und falsch scheint wie die neue und noch nicht vom GPS angenommene Landstraße mit Kreisverkehr mitten beim Autofahren. Man muss trotzdem weiter... Und sich mit allen neuen Umständen zurechtfinden: nicht unterordnen, nicht überordnen, sondern sie nehmen, wie sie sind und weiter auf das Höhere zustreben, das ja ultimativ vor uns liegt und durch nichts und niemanden ins Wanken gerät.
Ach, das klingt alles so schön. Wenns doch ein bisschen einfacher wäre. Ungewissheit ist etwas furchtbares. Aber für manche von uns Gotteskindern vielleicht auch der einzige Weg zu Gott. Wie schrecklich die Gegenwart beim Gedanken an die Zukunft sein kann! Stellt euch mal vor, wir wüssten, was noch auf uns zukommt... Auch das würde uns nicht glücklicher machen; vielleicht wären wir dann gelassener, unzufriedener - auch noch unzufrieden mit der Zukunft, nicht nur mit der Gegenwart! - vielleicht noch panischer. Vor allem aber wären wir nicht herausgefordert, mit Gott mitzuarbeiten an unserem Leben.
Manchmal ist alles blöd. Aber aufgeben kommt nicht in Frage. Es kommt wieder ein besserer Tag. Das ist gewiss.
"Ich hab keine Angst vor morgen, weil ich weiß, dass Gott dort schon auf mich wartet."
#sagzwischendurchaucheinfachmalhurra.trotzdem.
xoxo, bis bald!