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Mein lieber Leser,

wie fang ich bloß an... Ich schreibe eine kurze (naja, mal sehn...) Nachricht an dich, wobei ich wirklich ein bisschen überfordert bin. Wo fängt man an, zu reden, wenn man einen Freund lange Zeit nicht gesehen hat? Seit über zwei Monaten liegt der Blog jetzt brach, zwei Monate, in denen unfassbar viel geschehen ist. 

Ich hab nicht vor, was Großes, irgendeine Botschaft in diesen Eintrag zu packen. 

Aber ich wollte wieder mal ansetzen. Weitermachen. Ja, aller Anfang ist oft einfacher als das Durchhalten.

Aber ich komme zu nichts. Die vielen Gedanken sind noch zu ungeordnet; sind ganz durcheinandergewirbelt durch die Ereignisse der letzten Monate. Sodass ich es einfach sein lasse. 

Nur so viel: Die letzten zwei, drei Monate waren nicht ganz normal. Und da war einfach kein Raum für dich, Blog. Ich hab  mir beim Fehlermachen zugesehen, bin neben mir gestanden und hab mich beim Leben beobachtet - mal schockiert, mal erfreut... Mehr als ein Mal musste Ich fassungslos wie  dastehen und mich fragen ''Wie konntest du nur? Was machst du denn da?!"; ich hab vieles nicht verstanden und manches bereut. Hatte ja geglaubt, recht gut im Leben voranzukommen, alles ziemlich richtig zu machen, aber ganz so einfach ist es wohl doch nicht. Vielleicht könnte es einfach sein, wenn sich nicht immer Kopf und Herz einmischen würden.

Ich hab heute den ganzen Tag probiert, etwas Ordentliches zu schreiben. Mein Kopf ist so übervoll - die letzten Monate hatte ich oft Momente, in denen ich fürchtete, dass er platzt, dass ich Worte spucke und beginne, mich unkontrolliert im Kreis zu drehen. Manchmal hab ich Stift und Buch genommen, bin aber nicht weit gekommen. Die Menge an Gedanken hat mich irgendwie abgeschreckt. Hatte das Gefühl, stündlich ein Buch füllen zu können. Aber das Schreiben hat mich nur fertig gemacht. So hab ich es beim Nötigen belassen - beim Jammern, Danken und Überlegen. Ich hatte auch oft das Gefühl, dass Worte einfach nicht ausreichen, um zu sagen, was los war. Dass ich vielleicht Gedichte schreiben müsste. 

Nein, zu sagen hab ich wirklich nichts. 22 Jahre alt, ein einziges Schlamassel - vor einem Jahr war ich irgendwie einheitlicher. Ich hatte scheinbar wirklich etwas mitzuteilen. Ja, ich lese die alten Einträge wie von einer Fremden. Vielleicht könnte man sagen, dass ich gerade eine Wachstumsphase durchlaufe. Oder zumindest einer Aufbauphase - nach einem Abbau, oder Umbau, oder nach einer Entdeckung. Eine Restauration. 

 

Eigenartig, wie einfallsreich das Leben doch ist. Und braucht gar keine Worte, um alles auszudrücken. 

Anfang und Ende so nah beieinander; Neugeborene und Verstorbene, Kinder und schrullige Erwachsene und Wesen wie ich zwischendrin - alle drei doch wunderlicher als die anderen -, alte Freunde und neue Bekannte, Unwetter und pralle Sonne, Erfolg und Misserfolg, Lüge und Wahrheit, Freude und Enttäuschung, Einsichten und Zweifel, Wachstum und Stillstand, Chancen und Ängste. 

 

 

Dabei belass ich es. Mal sehn, wann ich das nächste Mal etwas zu sagen hab, das mir lohnenswert für irgendjemanden scheint. 

So lang alles Liebe! <3 Natelle