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trauen und vertrauen

 

Du stehst an einer Klippe: Unten steht Gott und verspricht dir, dich aufzufangen. Du glaubst das natürlich; du liebst Gott dafür und rufst ihm ein Dankeschön zu. Dann aber sagt Gott dir, dass du jetzt springen sollst. Und Zweifel übermannt dich.

Der erste Schritt auf dem Weg zu echtem Gottvertrauen ist vielleicht, Gott zu trauen. Jemandem zu trauen, bedeutet, zu glauben, dass er uns nichts Arges will. Und mir zumindest ist es immer leichter gefallen, zu sagen, dass ich glaube, dass Gott nur Gutes für mich im Sinn hat, als tatsächlich zu vertrauen - was sich dann nämlich auch im Handeln äußern würde.

Vertrauen muss unser Leben bestimmen. Vertrauen, dass unser Fuß beim nächsten Schritt, der in die Dunkelheit führt, auf festem Grund aufkommen wird. Und wir haben allen Grund zu vertrauen, denn der feste Grund wird Gott sein. Wieso sind wir so gut darin, uns selbst eher zu vertrauen als Gott? Warum setzen wir unsere Hoffnungen immer und immer wieder in uns und in Menschen? Gott wird dort sein. Dort in der Dunkelheit. Gott leuchtet uns oft wie mit einer Taschenlampe vor uns her. Wir sehen nicht weiter als den nächsten halben Meter, den nächsten möglichen Schritt, auch wenn das nur die nächste Minute, die nächste Stunde, der nächste Tag ist und uns viel zu wenig scheint, um überhaupt was tun zu können (wir wollen ja planen, spekulieren, überlegen...). Aber es reicht, um weiterzugehen. „Ohne Angst vor morgen, weil Gott schon dort ist.“

Manchmal ist es aber auch ganz stockdunkel; wir fühlen uns verloren wie ein Rettungsboot im Meer, wertlos wie ein Luftballon, der im Baum hängen geblieben ist und zu nichts mehr gut ist. Wir fühlen uns nicht geliebt, weder von Menschen noch von Gott. Aber ich bin überzeugt: Das sind Momente, vielleicht Stunden, Tage, Wochen in denen man einfach still sein, vielleicht mal nichts-tun darf, weil Gott will, dass wir nicht weitergehen, sondern uns so in der Gegenwart verloren fühlen, dass wir uns nur noch in ihm verlieren können. Uns der Lage ausgeliefert fühlen, dass wir uns endlich ihm ausliefern, ihm, in dem nur noch Licht ist. Und dann werden wir irgendwann wieder den Schimmer der Taschenlampe sehen. Ja, manchmal hört es auch gar nicht mehr auf. Manchmal werden aus Tagen Wochen, Monate, Jahre. Zeiten der Stille, in denen wir Gott so dringend brauchen, und doch sein Licht nicht sehen. Vielleicht, weil wir es gar nicht sichtbar vor uns brauchen. Weil er uns sowieso durch die Dunkelheit trägt.