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Wenn Gottes Plan gut ist, war er es auch.

 

Gott weiß, was das Beste für mich ist.

Gott hat einen guten Plan für mich.

Gott wird mich führen.

Die Zukunft liegt in seinen Händen.

Ich kann ihm mein Leben anvertrauen.

Ja, all das.

Und daraus folgt doch, dass in der Vergangenheit das geschehen ist, was das Beste für uns war. Dass auch alles in der Vegangenheit Gottes Plan war. Dass Gott uns geführt hat. Und dass die Gegenwart von damals in seinen Händen gelegen hat.

Zu oft könnten wir in unseren Gedanken über die Vergangenheit versinken. Uns wünschen, dass dies und jenes anders gekommen wäre. Dass wir das und das lieber so und so gemacht hätten.

 

Es ist eigenartig, wie man etwas erlebt, es wahrnimmt, und später darauf zurückblickt. Wie kann man etwas, das es gegeben hat, das man getan hat, einfach trotzdem nicht verstehen? Eine Entscheidung, die man getroffen hat, eine Antwort, die man gegeben hat, eine Gelegenheit, die man nicht bekommen hat, ein Abenteuer, ein Neubeginn, den uns jemand vermiest hat?

Wir sind so gut im bereuen und im Uns-wünschen, etwas wäre nicht oder anders passiert. Wir könnten dann glauben, dass etwas anderes besser gewesen wäre für uns oder unsere Mitmenschen. Aber das bedeutet irgendwie, dass wir daran zweifeln, dass Gott in unserem Leben gewirkt hat. Es sagt sich so leicht: "Ich vertraue auf Gott, er wird alles lenken." Ja, aber wir können Gott nicht nur für unsere Zukunft "hernehmen", damit unsere Ängste und Zweifel etwas leichter zu tragen sind und wir etwas haben, wovon wir unsere Hoffnungen nähren können. Sondern können auch das bereits Geschehene oder das gerade eben Geschehende bei ihm ablegen. Wenn wir glauben, dass "jenen, die Gott lieben, alles zum Besten gereicht", dann war das  auch eine ungute Vergangenheit, nicht nur eine unbekannte Zukunft, von der wir hoffen, dass sie gut wird. Diese Hoffnung können und werden wir immer haben, und wir können sie ausschließlich für die Zukunft haben. Die Vergangenheit ist geschehen, ist etwas, wofür wir Gott nicht mehr bitten müssen, dass er sie lenke - ist etwas, wofür wir Gott nur noch zu DANKEN haben. Denn die Vergangenheit, wie bitter sie auch gewesen sein mag, war zu unserem Besten. Auch wenn wir ganz und gar noch nicht verstehen, wie. Wir müssen sie nicht verstehen. Alles, worum wir Gott jetzt noch bitten können, ist, dass er alles Weitere, das sich aus dieser Vergangenheit ergibt, weiter führt. Er lässt sich von uns oder anderen Menschen nicht so einfach einen Strich durch die Rechnung machen. Als ob irgendwer seinen Plan durchkreuzen könnte! Auch wenn wir Dummheiten machen, so nützt er diese doch, um sie uns zum Besten gereichen zu lassen. Er wirkt, und auch das, was wir als Fehler oder Schaden wahrnehmen, hat einen Sinn - und wenn es nur dazu gedient hat, dass wir klüger werden... auch wenn es unser Leben und das Leben anderer durcheinanderbringen kann. Gottvertrauen gibt es nur als Ganzes. Er schreibt ja unsere ganze Geschichte. Man kann ihm  nicht die Zukunft anvertrauen, und sich dabei eine andere Geschichte wünschen und ständig eine Vergangenheit bemängeln, die ja auch einmal die in Gottes Händen liegende Zukunft gewesen ist. Keine Was-Wenns. Es gibt in unserer Geschichte nur ein Ist.

Ich schreib das ein bisschen unsicher, weil es nicht so klingen soll, als wären alle unsere Fehltritte gut und unwichtig und einfach zu ignorieren, und dass wir nie etwas gutzumachen oder zu bereuen hätten. Nein... Alles in unserem Leben hat Folgen und die müssen wir auch ausbaden. Aber wir brauchen nicht an Gott zu verzweifeln, von dem Irrglauben angelockt, dass wir irgendwie seiner Hand entwischt sein könnten. Das können wir nicht, davor brauchen wir keine Angst zu haben. Er lässt uns nicht im Stich, er kann uns auch vor uns selber retten.