· 

Weihnachten, die lieben Menschen und noch irgendwas

 

Nachtrag zum letzten Eintrag: Ich muss da glaub was zurücknehmen. Wie gesagt ist auch bei mir das innere Gefühl anders. Ich war nicht so scharf auf die Kekse, und ich hatte das alte Gefühl, den Abend einfach nicht verstreichen lassen zu wollen, nicht... Also, ein Grund für die "unspektakuläre Wahrnehmung" Weihnachtens ist vielleicht einfach, dass man sich von der Liebe zu den weltlichen Dingen entfernt. Klar, wir sehen im Leben einfach viele Weihnächte, aber "man gewöhnt sich dran" klingt sehr vorwurfsvoll; doch "sich weniger daran zu hängen" ist doch eigentlich spitze. Ja, Lichterketten und Weihnachtslieder verkörpern gewissermaßen den Geist und das Wunder der Weihnacht, doch auch wenn all das nicht da wär, wär das Wunder unverändert. Die Dinge helfen nur unseren Sinnen auf die Sprünge, weil wir die übernatürliche Welt nicht richtig begreifen können. Wenn wir auch eines Weihnachtens nichts haben, keinen Baum, keine Kekse, keine Lichter, keine Lieder, keine warme Stube, dann können wir uns trotzdem dem übernatürlichen Wunder annähern. Das Besondere im Gewöhnlichen sieht man mit der Zeit vielleicht gar nicht weniger, wie ich gesagt hab, sondern man hat es einfach mehr verinnerlicht.

 

Dass wir unser Herz nicht an weltliche Dinge hängen sollen wissen wir ja eigentlich. Trotzdem kommen mir manchmal die Tränen, auch die letzten Tage wieder, wenn ich an Menschen denke, die mir lieb sind und die nichts von Gott wissen wollen. "All I want for Christmas" ist doch nur, dass wir uns im Himmel in aller Wahrheit wiedersehen werden.

Augustinus sagt in seinen Bekenntnissen, dass Tränen, die um Menschen willen vergossen werden, Gott nicht unberührt lassen. Und dass wir nur dann, wenn wir die uns Lieben in dem einzigen Unvergänglichen lieben, keinen Verlust erleiden werden. Es ist wohl auch wichtig, sich nicht eine zu große Rolle zuschreiben zu wollen im Leben der Mitmenschen. Auch wenn es ganz nahestehende Personen sind, ihr Leben liegt ja schlussendlich doch nicht in unserer Hand. Und uns zu sehr darauf zu versteifen, ihr Bestes zu wollen und Schlechtes abzuwenden und fast verrückt zu werden vor Sorge bedeutet, Gott aus seiner Rolle verdrängen zu wollen. Jeder Mensch ist individuelles Kind Gottes. Wir können beten und vorleben und reden und lieben, und wenn wir sie in Gott lieben, werden wir den Frieden bewahren, der ja für uns selber bedeutend ist. Verlust wird es zwar sicher geben, aber er wird nicht auf Dauer wehtun. Kaum vorstellbar... Weh tut jeder Verlust. Besonders auch ein gefürchteter Verlust. Ja, der ist vielleicht noch ärger. Die Ungewisseheit um die Zukunft des anderen. Das Bedürfnis, sich zu kümmern, zu helfen, was ja ganz menschlich und gut ist. Lieben wir also alle und alles in Gott, dann werden wir unseren Frieden bewahren <3