Fällt's uns nicht allen manchmal schwer, "loszulassen"? Viel zu oft hab ich schon über das Bittersüße und Melancholische geschreibselt... Vielleicht müssen wir dabei einfach mal die Perspektive ändern. Okay, das "einfach" in diesem Satz ist schlecht. Auch egal.
Was ist es schon, das wir loslassen müssen? Freunde? Besitz? Erinnerungen? Orte? - Alles kann dran kommen. Nichts in der Welt steht fest. Und was ist es, woran wir für immer festhalten können? Preisfrage. Und was ist alles, das es zu lassen gilt, im Vergleich dazu? Wollen wir uns nicht einfach mal festhalten an dem, was ewig ist? Um keinen Preis loslassen. Werden wir dann nicht alles andere, was wir haben, oder haben wollen, als etwas sehen, dass wir gar nicht unbedingt festhalten müssen? Iss keine Schokolade mehr - nein, iss Obst. Denk nicht an einen rosa Elefanten - nein, denk an deine Katze. Lass etwas los - nein, halt dich an Gott fest. Wir können keinen Verlust erleiden, wenn wir ihn haben. Wir können Dinge loslassen, in dem Wissen, dass es nicht unser Alles ist. Dass gute Dinge wieder kommen und dass das Gute unvergänglich ist. Weil Gott unvergänglich ist. Wir wollen etwas. Und manchmal haben wir das Gefühl, dieses etwas gefunden zu haben. Aber zu leben bedeutet, weiterzugehen ohne jemals aufzuhören, und zu suchen. Und zu finden. Und weiterzugehen. Und nur, weil eine Symphonie zu Ende ist, bedeutet das nicht, dass es sich nicht gelohnt hat, sie anzuhören. Sie hat uns, vielleicht für immer, geprägt, aber jetzt ist sie vorbei, und wenn wir den Ohrwurm zu lange regieren lassen, hält er uns nur von neuen Liedern fern.
The fact that a symphony ends, doesn't mean that it wasn't worth listening to. (J.B.Peterson)